Seit etwa einem halben Jahr bietet Google einen coolen Service für Webmaster an: Google Analytics.

Dieser Dienst ermöglicht Webmastern, die Benutzer ihrer Websites aufgeschlüsselt nach Herkunft (bis hin zum Stadtteil), Betriebssystem, zuvor besuchten Seiten und vielem mehr zu analysieren. Das ist cool.

Dieser Dienst speichert auch Daten der Surfer, die auf eine von Google analysierte Seite gehen. Während Du dich von einer Seite auf die nächste bewegst, wird ein ausführliches Surfprofil von Dir auf Google’s Servern erstellt. Über die Zeit, wo Du mehr und mehr Webseiten “powered by Google Analytics” besuchst (und es werden mehr und mehr, da Google diesen Service für umsonst anbietet), wird Dein Profil immer vollständiger, und Google kennt Deine Interessen, Deine Surfgewohnheiten und vielleicht auch schon, was Du im Web alles gekauft hast, immer genauer. Und das alles ohne Dein Zutun und ohne Dein Wissen: Du brauchst nur eine Website zu besuchen, auf der Google Analytics läuft. Alles Weitere geschieht automatisch.

Das ist auch cool, aber nicht für Dich.

Google bekommt Deine Daten ohne Dein Wissen und ohne Dein Zutun, und können damit letzten Endes machen, was sie wollen. Natürlich versprechen sie, damit keinen Unfug anzustellen, aber Googles Firmenmotto “Do No Evil” ist läuft in letzter Zeit eher Gefahr, zu einem running gag zu werden, als zu einer verlässlichen Firmenpolitik.

Nun wäre zu erwähnen, dass zumindest nach deutschem Datenschutzrecht die Speicherung personenbezogener Daten, wie zum Beispiel Deine IP, nicht ohne Deine Einwilligung geschehen darf. Das heisst, irgendwo auf der Website muss darauf hingewiesen werden, dass Google Analytics im Betrieb ist und Daten von Dir speichert. Aber erstens liest kaum einer die gesamte Website durch, um den Abschnitt “Datenschutzrechtliche Bestimmungen” zu finden, zweitens halten sich noch längst nicht alle Webmaster an diese Bestimmung (Google Analytics ist halt ein neuer Dienst, der im Umfang weit über alles hinausgeht, was zuvor angeboten wurde, und die Rechtsmeinung dazu ist weder gefestigt noch weithin bekannt), und drittens liegen längst nicht alle Websites in Deutschland. In den USA z.B. ist das Recht auf Datenschutz praktisch nicht existent.

Was kann man also tun?

Als datenschutzbewusster Webmaster, meine ich, ist die Lage klar: Google Analytics wird nicht benutzt, auch nicht mit noch so einer fetten Warnung. Das schmerzt zwar ein wenig, da Analytics wirklich cool ist. Aber wenn mir die Privatsphäre meiner Nutzer etwas wert ist, muss ich auf diese Bequemlichkeit verzichten.

Als Nutzer sehe ich derzeit nur eine Möglichkeit, und sie ist wieder ein Grund mehr, auf Firefox umzusteigen, falls Du das nicht schon lange getan hast. Da das generelle Abschalten von Javascript (Google Analytics nutzt Javascript, um seine Daten zu sammeln und übertragen) und Cookies (ein Cookie macht dich für Google wiedererkennbar, so dass die Daten von verschiedenen Webseiten korrelierbar sind) für die meisten nicht realistisch ist, hilft nur ein Plugin für den Browser, das alle Übertragungen zu Google Analytics unterbindet.

Zum Glück gibt es so etwas für Firefox: CustomizeGoogle. Das Plugin kann man hier gleich installieren, und nach einem Neustart des Firefox findet man unter dem Menü “Tools” den Eintrag “CustomizeGoogle Options”. In der Karteikarte “Privacz” aktivierst Du beide Optionen, und damit bist Du vor Googles Eingriffen in Deine Privatsphäre geschützt… vorläufig, bis sich Google etwas Neues einfallen lässt, natürlich.

CustomizeGoogle bietet noch andere interessante Optionen für den interessierten Surfer, aber ich überlasse es Dir, diese zu entdecken. Frohes Surfen erstmal!